Insulin glargin – Wie ein Insulin erst Augenschäden hervorruft und nach fünf Monaten dann doch das Risiko der Entstehung mindert.

Monate brauchte es, bis die Wikipedia einen schwerwiegenden Fehler im Artikel Insulin glargin behoben hatte.

Ein Diabetesrisiko sind Schädigungen der Netzhaut des Auges (Diabetische Retinopathie), hervorgerufen durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel. Insulin ist ein Mittel, beim Typ II Dibetes sogar dass Mittel der Wahlfür die Regelung des Blutzuckerspiegels und dient damit auch zur Vorbeugung gegen Diabetische Rhetinopathien.

In der Wikipedia dagegen fand sich dagegen für sehr lange Zeit, genauer bis zum 4. September 2011 der Satz „Selten kommt es zu allergischen Reaktionen, Geschmacksstörungen, Sehstörungen bei deutlichen Veränderungen der Blutzuckereinstellung, Schädigung der Netzhaut des Auges (diabetische Retinopathie).“ Insulin ist in diesem Fall nicht mehr ein Mittel zur Verhinderung von Augenschäden beschrieben sondern wird – im Gegenteil – als ein Mittel beschrieben, dass zu „Schädigung der Netzhaut des Auges“ führt.

Hingewiesen wurde auf diesen Missstand bereits am 13. Juli 2011. Dabei wurde selbst die originär schon im Artikel angegebene Quelle nicht akzeptiert. Dort, in der sogenannten Fachinformation Lantus heißt es „Durch eine intensivierte Insulintherapie bzw. die so herbeigeführte abrupte Verbesserung des Blutzuckergleichgewichts kann sich Retinopathia diabetica vorübergehend verschlimmern.“ Selbst in der angegebene Originalquelle wurde also nicht behauptet, dass Insulin eine Retinopathie auslöse. Es wird beschrieben, dass es durch die abrupten Verbesserungen des Blutzuckerspiegels zu vorübergehenden Verschlimmbesserungen (langfistig ist ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel die beste Vorsorge gegen diabetische Augenschäden) kommen kann.

Eine Wiedergabe diese Sachverhaltes in den Wikipediaartikel konnte sich nicht durchsetzen. Zwei Monate brauchte es bis der Fehler behoben wurde. Am 4. September heisst es dann endlich korrekt: „Eine kontinuierlich verbesserte Blutzuckereinstellung mindert das Risiko für das Fortschreiten einer durch Zuckerkrankheit verursachten Augenerkrankung (diabetische Retinopathie). Jedoch kann sich bei einer intensivierten Insulintherapie bzw. einer durch Insulin glargin herbeigeführten abrupten Verbesserung des Blutzuckerspiegels eine diabetische Retinopathie vorübergehend verschlimmern.“

Wiki „schnell“ verlief diese Änderung also mitnichten. Über die Ursachen dieser Langsamkeit kann man nur spekulieren. Oftmals spielen politische Gründe eine Rolle bei solchen Vorkommnissen in der Wikipedia. Politisch in die Schusslinie geriet der Artikel 2009 im Rahmen der Diskussionen um das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Ein Gedanke zu „Insulin glargin – Wie ein Insulin erst Augenschäden hervorruft und nach fünf Monaten dann doch das Risiko der Entstehung mindert.

  1. Habe soeben Ihren Artikel gelesen. Bei mir hat sich dies so zugetragen. Durch einen Selbsttest in der Apotheke bin ich selbst auf meine Zuckerkrankheit gestoßen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt 33mg/….. Am nächsten Tag bin ich dann ins Krankenhaus und wurde fachgerecht mit Insulin eingestellt. Da ich 4 Monate vorher auch schon im Krankenhaus war, wurde versehentlich mein Zuckerwert mit 15 mg/.. übersehen, warum auch immer.Demnach hatte ich zumindest in diesem Zeitraum erheblich erhöhte Blutzuckerwerte Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich kein Insulin einnahm hatte ich keinerlei Augenunscharfen. Drei Tage nach dem Verabreichen des Insulins ergab sich plötzlich eine deutliche Verschlechterung der Nah und Fernsehschärfe, die auch nicht wieder weg ging. Dies nur zu Ihrer Information.
    Mit freundlichen Grüßen
    Harald Hillert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.