Wikidata – 1,3 Millionen Euro in einem halben Jahr – Wo blieb das Geld?

Am 31.10.2012 meldete Torsten Kleinz auf heise.de, dass die 1,3 Million Spenden für das Projekt Wikidata aufgebraucht sei. Zeit um zu fragen, was mit dem Geld geschehen ist.

Rahmenbedingungen

Das von Großspendern finanzierte Projekt läuft offiziell bis zum Frühjahr 2013. Wikimedia Deutschland arbeitet aber daran, eine Anschlussfinanzierung zu finden“ schreibt Kleinz. Die Großspende belief sich 1,3 Millionen Euro (Presse-Mitteilung Wikimedia Deutschland e.V. vom 30. März 2012).

Estimated Cost. Ohloh.net (abgerufen am 31.10.2012)

Laut Denny Vrandecic, „Projekt Direktor Wikidata“ bei Wikimedia Deutschland sind 13 Mitarbeiter für ein halbes Jahr an dem Projekt beteiligt. „13 Leute für ein halbes Jahr? Gut geschätzt.“ schrieb Vrandecic auf heise. de.

Vrandecic verwies auf eine Seite bei ohloh.net  der einen Kostenschätzung für das Projekt wiedergibt. Es werden dort 8 Personejahre a 55.000 Dollar Jahresgehalt geschätzt.

Milchmädchenrechnungen

Setzt man nun 55.000 Dollar (42.509 Euro) in Beziehung zu tatsächlichen 13 Mitarbeitern für ein halbes Jahr (42.509 x 13 Mitarbeiter x 0,5 Jahre) so kommt man auf einen Betrag/Bedarf von 276.308 Euro. Unter der großzügigen Annahme, dass der gleiche Betrag an zusätzlichen Fixkosten (Rechner, Mieten, Rechner, Sekretariatsarbeiten, Schreibtische, Stühle, Putztruppen) für Wikimedia Deutschland hinzukommt ergeben sich 552.617 Euro, also knapp 550.000 Euro.

Große Frage Nr. 7

Was ist mit den restlichen 750.000 Euro geschehen? Wurde der größere Teil des Geldes nicht für die Projektgruppe ausgegeben. War das das Gehalt, hochgerechnet auf ein Jahresgehalt, wesentlich höher als 42.000 Euro? Wenn keine weiteren Kosten neben Gehalt und verbundenen Fixkosten vorhanden waren, entspräche das halbe Jahr Arbeit einem Jahresgehalt von 100.000 Euro. Interessant wäre auch zu wissen, ob Wikimedia Deutschland, zuständig für die Anschlussfinanzierung, ähnlich hohe Ausgaben ebenfalls aus Großspenden akquirieren will oder sich aus dem großen Spendentopf bedienen will.

Nachtrag

Wie auf Wikipedia nachzulesen ist scheint man bei den Millionenausgaben nicht genügend Geld für die Dokumentation ausgegeben zu haben. Ein fleißiges User schreibt dort am 12.6.2014: „Nach dem Durchforsten der oben stehenden Beiträge sowie der umseitigen Diskussionen komme ich zu dem Schluss, dass ein Teil der Probleme darin liegt, dass wir uns die Informationen zum Projekt Wikidata weitgehend selbst zusammentragen müssen […]habe ich mich gestern Abend mal rangesetzt und ein Konzept für einen kleinen Leitfaden „Wikidata für Anfänger“ aufgesetzt.“

4 Gedanken zu „Wikidata – 1,3 Millionen Euro in einem halben Jahr – Wo blieb das Geld?

  1. Lieber Arcy,

    ich bedauere sehr, dass Sie meinen Text nicht verstanden haben. Ich möchte meinen Kommentar deswegen nocheinmal darstellen.

    „Laut ohloh.net — man mag davon halten was man möchte — ist die
    Hauptkomponente die wir entwickelt haben, 8 Personenjahre schwer. 13
    Leute für ein halbes Jahr? Gut geschätzt.“

    Der zweite Satz: „13 Leute für ein halbes Jahr?“ bezog sich auf den äußerst vorherhgehenden Satz „“Laut ohloh.net — man mag davon halten was man möchte — ist die Hauptkomponente die wir entwickelt haben, 8 Personenjahre schwer.“, womit ich sagen wollte dass die 8 Personenjahre die Ohloh schätze gut zu der Tatsache passten, dass *bislang* 13 Leute ein halbes Jahr daran arbeiteten, was ja 6.5 Personenjahre ausmacht.

    Der dritte Satz „Gut geschätzt.“ bezog sich damit auch auf die beiden vorhergehenden Sätze im selben Absatz und lobt die Genauigkeit der Schätzung von Ohloh. Es bezieht sich nicht auf Ihre Schätzung in dem vorhergehenden Kommentar oder auf irgendeine andere Schätzung, sondern ist in diesem Absatz zu verstehen. Ich unterstellte, dass die Verwendung von Absätzen zum Bündeln von Sätzen zum Darstellen eines Sinnzusammenhangs verständlich war, aber offenbar muss ich das doch klarstellen.

    Desweiteren veröffentlicht Wikimedia Deutschland als staatlich anerkannter gemeinnütziger Verein nicht nur einen Jahresbericht, sondern auch den Plan für das nächste Jahr. Sie sind, wie jeder andere auch, herzlich eingeladen, diese Veröffentlichungen kritisch zu prüfen.

    Zu Ihrem Eintrag bleibt mir nur ein Zitat: „Warum recherchieren, wenn man schreiben kann?“ (Arcy, 30. Oktober, http://shtoink.de/801/warum-recherchieren-wenn-man-schreiben-kann-die-satireseite-der-taz-konnte-zwei-jahre-als-solide-quelle-bestehen/ )

    Mit freundlichen Grüßen,
    Denny Vrandecic

  2. Hallo Herr Vrandecic

    Ich habe lediglich aus den Eckdaten ihrer Antwort (13 Mitarbeitern, die bisher ein halbes Jahr beschäftigt waren), der Gehaltsangabe (nicht der Personenzahl) bei Ohloh sowie aus dem Hinweis (Thorsten Kleinz auf heise.de), dass die 1,3 Millionen Euro aus der Großspende wohl mittlerweile verbraucht wurden und eine von Wikimedia Deutschland zu akquirierende Anschlussfinanzierung nötig ist, eine „Milchmädchenrechnung“ erstellt.

    Vielleicht mögen Sie ja hier noch die entsprechenden Links zu den entsprechenden Veröffentlichungen einstellen, die die Verwendung der Gelder detaillierter darlegen.

    Zum Zitat „“Warum recherchieren, wenn man schreiben kann?”: Die Hoheit im Tranzparenz-Luftraum hat Wikimedia Deutschland. Gerne werde ich aber diesen Beitrag entsprechend der von ihnen angekündigten Fakten im dem Oktober 2011 nicht verfügbaren Jahresbericht 2012 aktualisieren oder – wenn grundsätzlich falsch – schlicht löschen.

    Grüße, Arcy

    • Hier die Arbeitgeberkosten:
      1,3 Millionen € / 13 Mitarbeiter = 100.000 €
      für den Zeitraum von einem 1/2 Jahr (lt. Vrandecic)
      hochgerechnet auf ein Jahr: 200.000 €
      also * iregendetwas* zwischen 100.000 & 200.000 € „Arbeitgeberkosten pro Mitarbeiter pro Jahr

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